Wir können gemeinsam Berge versetzen! 

„Evangelisch am Gesundbrunnen“: Wir können gemeinsam Berge versetzen! 

Seit nunmehr 11 Jahren kooperieren die drei Gesundbrunner evangelischen Kirchengemeinden in immer mehr kirchlichen Arbeitsfeldern.

In manchen Bereichen hat diese Kooperation eine Intensität erreicht, die die Existenz von drei eigenständigen Kirchengemeinden sogar zum Problem macht – weil Gemeinsames wieder „auseinandergerechnet“ werden muss, Entscheidungsprozesse lange Wege brauchen, manches dreimal bearbeitet werden muss. Deshalb wird in den Gemeindeleitungen schon länger diskutiert, ob nicht eine andere gemeinsame Rechtsform nötig ist, die dem Rechnung trägt – und uns hilft, die vorhandenen Ressourcen sinnvoller einzusetzen und mehr Möglichkeiten schafft, sich als ChristInnen am Gesundbrunnen dem zuzuwenden, was im wahrsten Sinn des Wortes „auf der Straße“ liegt.

Um zu einer gemeinsamen Entscheidung zu kommen, trafen sich die drei Gemeindekirchenräte vom 31.03. – 02.04.2023 zu einer gemeinsamen Tagung im Landhof Liepe.

Von dieser Tagung berichtet Patrick Meinhardt (GKR Versöhnung):

Die drei Gemeindekirchenräte von Versöhnung, vom Humboldthain und der Panke haben sich gemeinsam auf den Weg gemacht – zu einer Rüste nach Liepe

Es war eine besondere Tagung, das spürte man gleich vom ersten Moment an – vor allem der Moderator musste sehr zum eigenen Erstaunen sein Konzept über Bord werfen. Sein ursprüngliches Ziel war es, mit uns zu erarbeiten und auszuloten, ob ein stärkeres Zusammenwachsen grundsätzlich denkbar ist und wie dies konkret aussehen könnte.

Aber es sollte alles ein bisschen anders kommen als gedacht – oder vielleicht kam ja alles so wie gedacht?! 

Nach einer hochprofessionellen, detaillierten und kenntnisreichen Einführung, welche kirchenrechtlichen Alternativen alle machbar sind, hat es in einem ersten Stimmungsbild eine hoffnungsvoll klare Linie gegeben: 

Es gab eine große Gruppe, die sich dafür aussprach, als “Evangelisch am Gesundbrunnen” in der einfachsten und unbürokratischsten Form weiter zusammenzuwachsen – und das wäre eine Fusion. 

Und es gab eine zweite Gruppe, die sich solch eine Fusion vorstellen kann, aber noch einiges an Fragen und Diskussionsbedarf hat. 

Alle anderen Varianten hatten wenig überzeugende Strahlkraft in die drei Gemeindekirchenräte ausgesendet. 

Und somit war auf einmal die Tagung unter einem ganz anderen Vorzeichen: Statt formal zu überlegen, welche Konstruktionen denkbar sind, haben wir uns angeschaut, wie solch ein Weg hin zu einer Fusion in Ruhe und mit viel Gestaltungsraum aussehen könnte, welche Themen uns am Herzen liegen und was wir wirklich alles schon gemeinsam machen: Von den gemeinsamem Wintergottesdiensten zwischen Neujahr und Gründonnerstag über die wundervollen kirchenmusikalischen Veranstaltungen und gemeinsame Chorarbeit bis hin zur gemeinsamen Kinder- und Jugendarbeit. 

Denn: „Evangelisch am Gesundbrunnen“ ist in der Realität der Gemeinden schon längst angekommen – und das Schöne ist: Es gibt keinerlei organisatorischen und zeitlichen Druck, sondern wir können uns gemeinsam auf den Weg machen, mit und in allen drei Gemeinden besprechen, was uns wichtig ist, und alle Ideen und Anregungen aufgreifen. 

Das wird auch schon bald passieren: Am Sonntag, den 18. Juni 2023, um 10.00 Uhr „starten wir gemeinsam – zur Gemeinde am Gesundbrunnen“, erst mit einem Regionalgottesdienst in St. Paul, dem sich eine Information zum Weg und zur zeitlichen Planung der Fusion anschließen wird. Beim gemeinsamen Imbiss können wir uns weiter austauschen und an Informationsinseln unsere Bedenken und Ideen weitergeben. Unser zeitliches Ziel ist das Jahresende 2024, um dann im November 2025 die nächsten Gemeindekirchenratswahlen gemeinsam zu gestalten. 

Aber eines, eines kam klar zum Ausdruck: Wir wollen uns nicht nur auf diesen gemeinsamen Weg machen, weil wir schon längst unterwegs sind. Das ist an sich schon ein ausgesprochen guter Grund. Sondern wir wollen als „Evangelisch am Gesundbrunnen“ auch mutig sein, Neues erschaffen und Impulse geben. So, genau so können wir als lebendige Gemeinde gemeinsam Berge versetzen! 

Patrick Meinhardt, Mitglied des Gemeindekirchenrates der Versöhnungsgemeinde, Kreissynodaler und Lektor – Vorbemerkungen: Pfr. Günter Krause
Gruppenfoto: Johannes Szusdziara


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