ZUHÖREN auf der alten Grenze

ZUHÖREN auf der alten Grenze

ZUHÖREN auf der alten Grenze

# Web-Beiträge

ZUHÖREN auf der alten Grenze

ZUHÖREN auf der alten Grenze. Der Künstler Daniel Beerstecher in der Kapelle der Versöhnung

Es ist ein Experiment der Offenheit in einer Zeit zunehmender Verhärtung: Seit dem 21. Juni 2025 wandert der Stuttgarter Künstler Daniel Beerstecher schweigend durch Deutschland. Sein Projekt „Ich höre zu – Ein Jahr im Schweigen“ rückt eine Praxis in den Mittelpunkt, die im öffentlichen Raum selten geworden ist: das aufmerksame Zuhören. „Zuhören, echtes, aufmerksames Zuhören, ist eines der größten Geschenke, die wir einander machen können“, betont er.  Zur Halbzeit seines Projekts, sowohl zeitlich als auch geografisch, macht Beerstecher an einem der symbolträchtigsten Orte Berlins Station: Vom 6. bis 8. Januar 2026 wird er jeweils von 12 bis 16 Uhr in der Kapelle der Versöhnung sitzen (Bernauer Straße 4, 10115 Berlin), um den Besucherinnen und Besuchern zuzuhören.

Ort der Wunden und der Heilung

Die Wahl des Ortes ist kein Zufall. Die Kapelle der Versöhnung steht auf dem ehemaligen Todesstreifen, errichtet auf den Fundamenten der 1985 gesprengten Versöhnungskirche. Als Teil der Gedenkstätte Berliner Mauer ist sie heute ein architektonisches und spirituelles Mahnmal deutscher Geschichte. Wo einst Beton und Stacheldraht Menschen trennten, entsteht heute Raum für Erinnerung, Besinnung und Begegnung. „Mein Projekt heißt ‚Ich höre zu‘, aber im Kern bedeutet es: ‚Ich gehe in Verbindung‘“, sagt Beerstecher. „Gerade an einem Ort, der wie kaum ein anderer für Trennung steht, möchte ich einen Raum anbieten, in dem echte Begegnung möglich wird - jenseits von schnellen Urteilen oder politischen Debatten.“

Das Projekt: Kunst, Forschung und Pilgerreise

Mit seiner Langzeit-Performance untersucht Daniel Beerstecher, was geschieht, wenn man sich dem Lärm der Welt entzieht, ohne sich von ihr abzuwenden. Er zieht sich im Schweigen nicht zurück, sondern sucht bewusst die Begegnung. In den ersten sechs Monaten seiner Reise hat er festgestellt, dass aufmerksames Zuhören oft als Schlüssel wirkt: Es öffnet Türen zu tiefen Erzählungen, zu Momenten von Nähe und Vertrauen. In einer Gesellschaft, in der viele nur noch senden, aber kaum noch empfangen, setzt Beerstecher ein leises, aber kraftvolles Zeichen gegen die Polarisierung. Sein Projekt bewegt sich bewusst zwischen künstlerischer Praxis, gesellschaftlicher Beobachtung und spiritueller Erfahrung. Diese Offenheit ermöglicht Begegnungen mit Menschen aus unterschiedlichsten Kontexten – und macht das Projekt anschlussfähig über klassische Kunst- oder Glaubensräume hinaus.

Einladung zur Begegnung

Besucherinnen und Besucher des Erinnerungsortes sowie alle Berlinerinnen und Berliner sind eingeladen, sich in der Kapelle der Versöhnung zu Daniel Beerstecher zu setzen. Er hört zu. Worüber gesprochen wird, entscheidet allein das Gegenüber: Persönliches, Gedanken zur Geschichte des Ortes, Hoffnungen für die Zukunft – oder einfach das Teilen eines stillen Moments.

Termine

Datum: 06.01. – 08.01.2026

Zeit: jeweils 12:00 – 16:00 Uhr

Ort: Kapelle der Versöhnung, Bernauer Straße 4, 10115 Berlin (auf dem Gelände der Gedenkstätte Berliner Mauer) Der Eintritt ist frei.

Über den Künstler

Daniel Beerstecher (*1979) ist bildender Künstler. Seine performativen, oft körperlich fordernden Arbeiten wurden international gezeigt. Mit dem Projekt „Ich höre zu – Ein Jahr im Schweigen“ wandert er 365 Tage schweigend durch Deutschland. Begleitet wird das Projekt von einem Blog und Social-Media-Kanälen, auf denen er schriftlich von seinen Begegnungen berichtet.

Informationen & Presseblog

www.ich-hoere-zu.com

https://ich-hoere-zu.com/press

Pressekontakt (für Rückfragen & schriftliche Interviewanfragen):

Daniel Beerstecher

Mobil: 0151 58474798 (bitte nur für Textnachrichten)

E-Mail: kontakt@ich-hoere-zu.com

Dies könnte Sie auch interessieren