Logo teeny Musik treff

teeny Musik treff (tMt)

Musik machen in der Freizeit für alle von 9 – 23 Jahren

 

Bei uns können Kinder und Jugendliche, vor allem Mädchen*, in ihrer Freizeit Musik machen – kostenfrei, gemeinsam mit anderen und in einer lockeren Atmosphäre.
Sie bekommen Unterstützung von erfahrenen Musikpädagog:innen und Musiker:innen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

 

weitere Informationen findet Ihr auf der Homepage vom teeny Musik treff

Song des teeny Musik treffs (tMt) gewinnt beim Song Wettbewerb „Song für eine Welt“

Zwei Besucherinnen berichten über ihr Songwriting „Diese Themen, die halt einfach raus müssen“, sagt Juli im Interview mit den Sozial- und Musikpädagoginnen Octavia Gloggengießer und Karin Perk vom tMt.

Interview vom 20.01.2026:

Oc: „Woher kam die Idee einen Song zu schreiben?

Juli: „Generell schreibe ich schon länger Songs, weil's mir einfach richtig Spaß macht. Und bei 'Zeig Dein Gesicht' hatte ich die Inspiration, weil ich schon richtig lange einen Song über 'Ausgrenzung' in der Schule schreiben wollte. Ich wollte diese Gefühle halt verarbeiten, und ich wusste echt nicht, wie ich das in Worte fassen soll, oder wie ich das in einen Song packe, und dann habe ich ewig rum probiert und es kam praktisch der Song so raus.“

Oc: „Wie kamst Du auf das Thema, für Deinen Song: 'Zeig Dein Gesicht'?“

Juli: „Also das Thema 'Ausgrenzung', einfach weil es mich halt richtig beschäftigt in der Schule, dass ich das halt unbedingt in einen Song packen wollte und weil das für mich eine richtig tolle Methode ist, ein tolles Ventil, durch das es so raus muss, irgendwie.“

Oc: „Was war zuerst da, nachdem du das Thema für dich gefunden hattest? Text oder die Musik?“

Juli: „Also grundsätzlich bin ich auf jeden Fall Team Zuerst Text. Ich kann das eigentlich gar nicht, zuerst die Melodie. Manchmal kommt auch beides zusammen, aber bei dem Song war es glaube ich auch so. Und ich hab' den Text 1000 Mal geändert.“

Ka: „Zum Entstehungsprozess, du nimmst es also auf und hast dann Aufnahme-Schnipsel, damit Du nicht vergisst, was du da gemacht hast?“

Juli: „Ja, also bei Texten kann ich es mir halt einfach in Notizen aufschreiben. Aber wenn ich eine Melodie habe, dann muss ich das aufnehmen, weil wenn ich das nicht direkt aufnehme, dann ist es weg. Also, das ist wirklich so.“

Oc: „Und möchtest Du weitere Songs schreiben, Juli?

Juli: „Ja, auf jeden Fall. Also, ich schreib' immer mal wieder Song und es macht mir auch so Spaß, ich könnt' mir niemals vorstellen keine Songs mehr zu schreiben. Ich hab' halt so Phasen, da hab' ich viele Ideen und dann schreib ich dann mal ein paar Songs hintereinander und dann hab' ich vielleicht mal wieder ein bisschen Pause. Das ist einfach so, ja wie halt grad so meine Inspiration und meine Ideen sind. Ich bin da mittendrin.“

Oc: „Gab es Schwierigkeiten im Prozess? Und wenn ja, konntet Ihr etwas lernen aus den Schwierigkeiten, die sich ergeben haben?“

Juli: „Also -, ja, so eine ganz große Schwierigkeit war das Tempo. Weil ich halt in der Strophe ein komplett anderes Tempo hatte, als im Refrain. Das ist mir auch noch nie so passiert. Daraus habe ich echt auch gelernt, dass man es auch so machen kann. OK, wir machen jetzt die Strophe langsam und dann den Refrain schneller.“

Oc: „Ja, stimmt. - Zu der Frage nach einer Genre-Vorstellung, da erinnere ich mich, dass wir in der Band darüber gesprochen haben und Du auch gesagt hast, ja, der Song dürfe am Ende auch 'rockig' werden, oder?

Juli: „Ja stimmt.“

Oc: „Wie ist denn der Song „Pink & Blau, den Ihr mit der Band „Black Cherries“ im tMt aufgenommen habt, entstanden, Smilla?“

Smilla: „Also, ich hatte ja vorher schon einen ersten Song zu diesem Thema geschrieben, im Rahmen des „Welt-Mädchen-Tages” letztes Jahr, und da hatte ich auch mit dieser Farbmetapher einen eigenen Song geschrieben. Also das Thema ist ja das binäre Geschlechtssystem und stereotype Rollenbilder, geäußert durch die Farbsymbolik: Pink & Blau. Und es geht halt darum, diese Rollenbilder zu durchbrechen und Diversität zu 'embracen' (Anmerk.: willkommen zu heißen), oder der Wunsch, dass es da weitergeht, zu mehr Diversität führt in der Zukunft. Aus diesen 'left overs' (Anmerk: Überbleibseln) hatte ich dann so ein Klavier-Pattern am Anfang und weil da noch sehr viel Text übrig geblieben war, hab' ich einfach noch was Neues geschrieben, bisschen anders und das halt dann in die Band mitgebracht. Und weil die Frage war, ob wir bei einem Song-Contest mitmachen wollen, und das Thema auch gepasst hat, zu den politischen Themen von dem SongContest, ja, und dann haben wir das zusammen komponiert.“

Oc: „Ihr habt den Song mit der Band in 2024 in einem gemeinsamen Prozess arrangiert und fertiggestellt und auch im tMt aufgenommen. An was hast Du im Entstehungsprozess zuerst gearbeitet, Text oder Musik?“

Smilla: „Inhalt ist schon als Erstes da und tendenziell Text. Auf jeden Fall. Textzeilen-Sachen hatte ich ja schon vorher, von dem vorherigen Song, aber es ist eigentlich auch ziemlich gleichzeitig entstanden, weil ich eigentlich immer gerne am Klavier bisschen improvisiere, dann auch mit Gesang und Akkorden, - und so entsteht eigentlich immer so 'n bisschen beides gleichzeitig.“

Oc: „Gab es Schwierigkeiten im Entwicklungsprozess zusammen mit der Band oder beim Aufnehmen im tMt, aus denen alle etwas lernen konnten?“

Smilla: „Also es gab eigentlich nicht so große Schwierigkeiten. Das fand' ich aber auch cool zu sehen, das war überhaupt mein zweiter Song und vorher hab' ich noch nie so richtig Songs geschrieben. Es war auf jeden Fall cool zu sehen, dass ich das irgendwie überhaupt hinbekommen hab'. Aber die Textfindung hat dann schon auch noch irgendwie gedauert am Anfang. Es war noch nicht ganz fertig, als ich das in die Band mitgebracht hab'. Da waren Teile nicht klar in welcher Reihenfolge und was irgendwie genau - und dann hab ich noch ein bisschen was raus und was dazu genommen. Aber wir haben trotzdem ziemlich lange gebraucht, um uns das auszudenken: "Die Begleitung, die Instrumente, aber eigentlich hat das finde ich auch ganz gut funktioniert.“

Oc: „Hattest Du eine bestimmte Genre-Vorstellung für den Song?“

Smilla: „Ich hab' einfach das gemacht, was ich halt schön finde. Das ist halt einfach so passiert und ich hab' nicht gedacht, das muss jetzt das und das Genre sein.“

Ka: „Du warst ja auch sehr klar von deiner Vorstellung, das hat total geholfen.“

Smilla: „Ja.“

Ka: „Also, wie das Schlagzeug sein sollte, oder die Gitarre, wo es dann dynamisch werden soll, schneller oder lauter werden sollte.“

Smilla: „Ja, das fand ich auch total cool, verschiedene Sachen auszuprobieren und zu gucken, was passt denn, was eher nicht so.“

Oc: „Habt Ihr die Instrumentierung auch diskutiert?“

Smilla: "Das war eigentlich gegeben, also automatisch durch die Besetzung, die wir so halt in der Band hatten.“ (Anmerk.: E-Bass, 2 E-Gitarren, Schlagzeug, Gesang

u. Klavier.)

Oc: „Ja, und dann habt ihr ja auch noch zweite Stimmen dazu erfunden, die sind ja auch eigentlich im Prozess entstanden. Juli, bei Dir auch oder?“

Juli: „Ne, als ich damit kam, gab es die glaube ich noch nicht. Für die Band - hab' ich dann gedacht - ok, jetzt setz ich mich nochmal hin und mach noch eine zweite Stimme.“

Oc: Ja, richtig toll! - Und ich finde es wirklich auch toll, dass bei beiden Songs – und da hab' ich jetzt das Gefühl, dass ich das jetzt nochmal ganz anders sehe – wie sie es schaffen, durch Musik und Text eine Botschaft zu transportieren. Wie ein Gedicht, aber was man dann noch schön verpackt präsentiert bekommt, das ist etwas Wertvolles."

Smilla: „Ja. Das ist auch etwas anderes als eine Rede, z.B.. Es sagt viel mehr aus zwischen den Zeilen und dem Klang.”

Oc: „Ja, dass man da was mitnehmen kann als Zuhörer:in, dass es einen berührt, man darüber nachdenkt. - Gab es bei Dir Schwierigkeiten im Prozess?“

Smilla: „Eigentlich eher weniger Schwierigkeiten. Ich hab' halt gemerkt, dass ich auch einen Song schreiben kann, dass es auch nicht so schwer ist eigentlich, wie ich früher immer dachte, so. Und dass ich gelernt hab', dass man auch mit wenig Erfahrung was cooles machen kann. Und man muss auch nicht musikalisch mega begabt sein, und richtig virtuos Instrumente spielen können, sondern wir haben ja einfach sehr simpel ein simples Akkord-Pattern, und dann halt so 'n bisschen Akkord-Brechungen, Rhythmus und viel mehr ist es dann auch nicht. - Also. Das braucht schon Arbeit natürlich, aber auch mit wenig und mit einfachen Mitteln kann man 'n schönen Song machen.“

Oc: „Möchtest Du auch weitere Songs schreiben, Smilla?“

Smilla: „Ja. Auf jeden Fall. Das macht Spaß. Ich krieg auch cooles Feedback und ich merke, ich kann theoretisch was schreiben und ich will gern was schreiben. Das ist toll.“

Die Band „Black Cherries“, die seit eineinhalb Jahren im tMt probt, konnte durch die Einreichung bei dem nationalen Song Contest „Dein Song für EINE WELT!“ (ausgerichtet durch Engagement Global gGmbH, Bonn) ihren Song: 'Pink & Blau' im Studio professionell aufnehmen lassen. Das war der Preis, den die fünf jungen Frauen (Laurina (Gitarre), Layla (Gitarre), Meryem (Drums), Renée (Bass), und Smilla (Klavier, Gesang,Text) als einer von 21 Songs, die aus mehr als 830 eingereichten Songs ausgewählt wurden, gewonnen haben. Der Song wird auf dem aktuellen EINE WELT-Album Ende März 2026 erscheinen.

 

Die Band: 'Atomic Bloom', probt seit knapp zwei Jahren im tMt. Mitglieder sind: Juli (Klavier, Gesang, Text), Mani (Gitarre), Smilla (Bass), Sarah (Gesang), Scherifa (Drums). Den von Juli geschriebenen Song: 'Zeig Dein Gesicht', konnte die Band durch das Recording in dem professionellen 'Circle Studios-Berlin' von SONY in einer Aufnahme festhalten. Der Kooperationspartner Outreach e.V. hatte den tMt eingeladen, diese Möglichkeit, neben anderen sozialen Einrichtungen, zu nutzen, wofür wir sehr dankbar sind.